Zum "atmosphärischen Treibhauseffekt"
Seine "Erklärung" und physikalische Widerlegung
Wolfgang Thüne



1. Offizielle Darstellung

Mit der "Warnung vor einer drohenden Klimakatastrophe" durch die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. am 22. 01. 1986 wurde der "atmosphärische Treibhauseffekt" ("aT") zum Gegenstand öffentlicher Wahrnehmung und damit der Politik. Die Politik reagierte auf diese neuartige "Umweltgefahr". Der Deutsche Bundestag installierte gemäß Beschlüssen vom 16. 10. 1987 und 25. 04. 1991 zwei Enquete-Kommissionen zum "Schutz der Erdatmosphäre".

Die 2. "Enquete" kam in ihrem 1. Bericht vom 31. 03. 1992 zu dem unmißverständlichen Ergebnis: "Wir stehen vor einer Klimaänderung, die in den letzten Jahrtausenden ihresgleichen sucht. - Die wissenschaftlichen Erkenntnisse lassen keinen anderen Schluß mehr zu: Anthropogene Emissionen verursachen die zunehmende Erwärmung der Erdatmosphäre. - Soll die Katastrophe noch abgewendet werden, muß unverzüglich gehandelt werden."

In einer offiziellen vom Umweltbundesamt verteilten Broschüre "Klimaänderung: Ein wissenschaftlicher Popanz?" werden die Eigenschaften der "Treibhausgase" wie folgt beschrieben: "Sie lassen die von der Sonne (vor allem im sichtbaren, kurzwelligen Bereich) auf die Erde fallende, energiereiche Strahlung nahezu ungehindert passieren, absorbieren teilweise aber die im Gegenzug von der erwärmten Erde ausgehende langwellige Strahlung. - Ohne die natürlicherweise vorkommenden Treibhausgase wäre ein Leben auf unserem Planeten gar nicht möglich. Statt einer globalen Erdmitteltemperatur von ca. 15°C, wie wir sie heute messen, würde eine mittlere Temperatur von etwa -18°C auf der Erde zu verzeichnen sein. Der natürliche Treibhauseffekt sichert also unser irdisches Leben. Durch die Konzentrationszunahme der Treibhausgase kommt es zu einer Verstärkung des (natürlichen) Treibhauseffektes und damit zu einem Anstieg der bodennahen Temperatur."

Zu der "Absorption der Treibhausgase" schreibt die 1. "Enquete" in ihrem 3. Bericht vom 25. Mai 1990: "Beim Wasserdampf erkennt man das bekannte "Fenster" zwischen 8 und 12 mm,... Andere Treibhausgase tragen dann besonders effektiv zur Strahlungsabsorption bei, wenn sie in jenen Bereichen optisch aktiv sind, in denen der Wasserdampf die Wärmestrahlung nahezu ungehindert passieren läßt. Neben dem eben beschriebenen "Fenster", in dem die infrarote Ausstrahlung bei Erdoberflächentemperaturen zwischen -20°C und +50°C ihr Maximum hat, ist dies der Spektralbereich zwischen 12 und 18 mm, in dem der Wasserdampf noch nicht vollständig absorbiert." Dann wird summarisch festgestellt: "Da alle diese Gase im Bereich des Wasserdampf-"Fensters" im infraroten Spektralbereich optisch aktiv sind, ist durch die höhere Konzentration der genannten Gase ein zusätzlicher Treibhauseffekt entstanden, zu dem das Kohlendioxid 55 Prozent, ..." beiträgt.

Dies ist der derzeit dominante und politisch auf nationaler wie internationaler Ebene anerkannte sowie in den diversen IPCC-Reports fixierte wissenschaftliche Sachstand, der 1992 in Rio de Janeiro zur Verabschiedung der "Klimarahmenkonvention" geführt hat. Auch bei den Klima-Folgekonferenzen 1995 in Berlin sowie 1997 in Kyoto hat sich an diesem wissenschaftlichen Erkenntnisstand nichts geändert. Im Gegenteil, es wird angestrebt, die Industrienationen zu sehr unterschiedlichen, gleichwohl völkerrechtlich verbindlichen CO2-Reduktionsquoten aus Gründen des "Klimaschutzes" vertraglich zu verpflichten.

 

2. Das Stefan-Boltzmann-Gesetz und der Mythos "Klimagleichgewicht"

In langjähriger Arbeit wurden die diversen Behauptungen, die dem Begriff "aT" und seinen "physikalischen" Begründungen zugrundeliegen, überprüft, zumal hieraus "monokausal" die "Klimakatastrophe" abgeleitet wird. Das ganze Treibhaus- Modellgebäude ("TM") entpuppte sich als völlig wirklichkeitsfremde "Idealisierung", als ein artifizielles meteorologisch- physikalisches "Scheinproblem" mit verführerischer Bildmächtigkeit und ungeheurer gesellschaftspolitischer Suggestionskraft.

Trotz des wissenschaftlichen "Konsenses" sowie der Propagierung des "aT" durch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf, wurde ob der offensichtlichen Unwirksamkeit des "aT" im meteorologischen Alltag der Frage nachgegangen, wo der Grundirrrtum bei der Herleitung des "aT" liegen könnte. Hierzu wurden die "wissenschaft-lichen Grundlagen", wie im 1. Zwischenbericht der Enquete- Kommission Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre vom 02. 11. 1988 (Bt.-Drs. 11/3246, S.185-89) nachzulesen, kritisch auf ihre Anwendbarkeit geprüft.

Die auch in dem IPCC-Report von 1990 übernommene Kernannahme ist das Postulat eines "Strahlungsgleichgewichts" zwischen Sonne und Erde/Atmosphäre mit der Folge eines natürlichen "Klimagleichgewichtes". Hieraus wurde der Schluß gezogen: "Jede Abweichung von diesem Gleichgewicht führt zu einer Erwärmung oder zu einer Abkühlung der Erde."

Das "Gleichgewicht" ergibt sich aus der Anwendung des Stefan-Boltzmannschen Gesetzes (SBG) S = s T4. Hier liegt der alles entscheidende Gedankenfehler! Mit dem SBG wird das offene Ökosystem Erde in einen abgeschlossenen "Hohlraum" gesteckt und die strahlend helle Punktquelle Sonne zu einer dunklen "Wandbeheizung" degradiert. Ausgehend von der Erde als senkrecht bestrahlter "Scheibe" wird in simplen mathematisch korrekten aber physikalisch unsinnigen Rechenschritten die "Wandbeheizung" auf 240W/m2 heruntergerechnet, was eine "Strahlungstemperatur" von Teff = -18°C ergibt. Diese virtuelle für die "Obergrenze der Atmosphäre" errechnete "Strahlungs- oder Effektivtemperatur" wird in Beziehung zu einer wie auch immer gemittelten "Globaltemperatur" von +15°C gesetzt. Beide "T-Werte" sind inkompatibel, abgesehen davon, daß man einen vertikalen T-Gradienten nicht zu einer horizontalen T-Differenz namens "natürlicher Treibhauseffekt" umdeklarieren darf.

Ganz auf den "Hohlraum" fixiert, wird dem gasförmigen "selektiven Strahler" CO2 mit seiner Absorptionsbande bei 15 mm die Eigenschaft eines "schwarzen Strahlers" zudiktiert. Das CO2 erhält somit eine "radiative forcing", die die Strahlungsleistung der "Wandbeheizung" bei Anstieg erhöht und bei Abnahme vermindert. Wie irrtümlich 1896 Svante Arrhenius konstruiert man daraus einen "aT". Die Zunahme des CO2-Gehalts soll zu einer Abkühlung der "effektiv strahlenden Schicht" in 6 km Höhe führen und als "Kompensation" zu einer Erwärmung der bodennahen Luftschichten. Man baut ein perfektes ‘perpetuum mobile’ der zweiten Art, wohlwissend, daß kein "selektiver Strahler" einen Kirchhoffschen "schwarzen Strahler" wie die Erde an der Abkühlung hindern kann! Eine "Erwärmung" durch "Re-Emission" der bei lmax = 15 mm absorbierten Strahlung auch unter Berücksichtigung des Wienschen Verschiebungsgesetzes ist völlig ausgeschlossen.

Das "TM" könnte nur dann funktionieren, wenn der 1850 von Clausius formulierte Satz, daß Wärme freiwillig nur von Warm nach Kalt fließt, auch umgekehrt werden könnte. Dies widerspräche jedoch der Erkenntnis, daß alle Naturprozesse irreversibel sind. Fazit: In der realen Atmosphäre, in welcher Druck, Dichte und Temperatur mit der Höhe abnehmen, ist es prinzipiell unmöglich, daß "Wärme", die aus der kinetischen Energie aller Luftmoleküle resultiert, gegen einen T-Gradienten von Kalt nach Warm oder von Oben nach Unten fließt. Völlig unterschlagen wird bei dem "TM", daß die Luft kein luftleeres Vakuum ist, sondern pro cm3 etwa 1019 Moleküle enthält, die bei 20°C eine mittlere Geschwindigkeit von 500m/s haben. Diese pochen permanent gegen die "Glasscheibe", so daß bei dessen hoher Wärmeleitfähigkeit jedes Gewächshaus sehr rasch auskühlt, wenn die Sonne untergeht und nicht mehr geheizt wird.

Das "TM" ist ein völlig reduktionistisches Modell, das mit der Wirklichkeit Erde als "offenem Ökosystem" keinerlei Übereinstimmung hat und selbst in dieser "Idealisierung" keiner physikalisch objektiven Wertung standhält. Bereits Max Planck wies nach, daß auch dann, wenn sich zwei unterschiedlich temperierte "schwarze Körper" in einem luftleeren Raum gegenüberstehen, der kältere einen Nettoenergiegewinn erfährt und sich erwärmt, während sich der wärmere unter Bruttoenergieverlust abkühlt.

Um das "TM" dennoch einigermaßen plausibel zu machen, muß man das hohlraumbedingte "thermodynamische Gleichgewicht" stören. Man gibt der Erde als "winzigem Kohlestäubchen" (M.Planck) im "Hohlraum" eine geschätzte "Globaltemperatur" von +15°C, wonach sich ein S=390W/m2 ergibt. Die Differenz von +33°C, den "natürlichen Treibhauseffekt", führt man einzig und allein auf die Existenz der "Treibhausgase" zurück. Eigens zu diesem Zweck muß man sich eine "Gegenstrahlung" ausdenken und erfindet hierzu ein symbolisches "Glasfenster" in 6 km Höhe, das die von der 15°C warmen Erde über ein breites Wellenlängenspektrum emittierte elektromagnetische T-Strahlung vollständig "reflektiert". Die von dem -18°C kalten "Glasfenster" reflektierte "Gegenstrahlung" wird zur solaren "Wandbeheizung" addiert, um das permanente Strahlungsdefizit der Erde von 150W/m2 zwecks Wahrung des "Klimagleichgewichts" zu kompensieren.

Sodann wird verkündet, daß "physikalisch" die "Treibhausgase" die gleiche Funktion erfüllten wie das "Glasfenster". Die Erfindung "aT" führt dazu, daß man zur Glaubhaft- Machung der "Re- Emission" gezwungen ist, weitere physikalische Grundaxiome zu negieren. Dies betrifft die von Kirchhoff und Bunsen 1859 entwickelte Spektralanalyse, die auf den 1814 von Fraunhofer im Sonnenspektrum entdeckten "schwarzen Linien" aufbaut. Hierauf beruht die gesamte Infrarot-Spektroskopie und -Fotographie als Sichtbarmachung der unsichtbaren "infraroten" T- Strahlung der festen wie flüssigen Erdoberfläche.

Durch die Fehlannahme "Klimagleichgewicht" hat man sich in der "Globalisierungsfalle Hohlraum" verfangen und muß immer neue "Effekte" erfinden, um die fixe Idee "aT" vordergründig "physikalisch" plausibel erscheinen zu lassen. Man fokussiert bewußt den Blick des Betrachters auf den "heat transfer" durch Strahlung und lenkt ihn bewußt von den meteorologisch-physikalisch weitaus bedeutenderen Prozessen des "heat transfers" durch Leitung und insbesondere durch Konvektion ab. Der konvektive oder turbulente Energietransport durch Massentransport ist jedoch die alles entscheidende "Größe" beim realen Wettergeschehen, der Allgemeinen Zirkulation. Untrennbar damit verbunden ist der Wasserkreislauf und damit der ständige Transport von latenter Wärme, die in den Wasserdampfmolekülen gespeichert ist. Alle drei Wärmeübertragungsprozesse spielen sich simultan in der Atmosphäre ab und sind daher immer gemeinsam zu betrachten.

Das "TM" für die Erde mitsamt ihrer Gashülle Atmosphäre erweist sich als ein völlig "idealistisches Modell", das keinerlei Ähnlichkeit mit der Wirklichkeit besitzt. Das "TM" verstößt gegen nahezu alle allgemein anerkannten Grundprinzipien der Physik. Das "TM" verletzt insbesondere die Gesetze der Thermodynamik, der Quantenphysik wie der IR- Spektroskopie. Die Lehre vom "aT" ist eine Irrlehre, deren Stärke (noch) auf der globalen politischen Akzeptanz wie der medialen Allgegenwärtigkeit beruht. Ihr größter Feind ist die physikalische "Wahrheit", zu der sich mutig zu bekennen alle Naturwissenschaftler ethisch verpflichtet und aufgefordert sind.

 

Oppenheim, den 27. Okt. 1998 Dipl.- Met. Dr. phil. Wolfgang Thüne

 

 

Die physikalische Widerlegung des Treibhauseffektes von Dr. W. Thüne
Satelliten, Infrarotstrahlung und Treibhaustheorie von Dr. W. Thüne
"Treibhauseffekt" physikalisch unmoeglich von Dr. W. Thüne
Das Buch "Der Treibhausschwindel" von Dr. W. Thüne
Kritik von P. Dietze an Thünes Buch

 

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5. November 1998 © email: Krahmer